Gesunder Schlaf

Gesunder Schlaf

Ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir. Doch unser Körper ist auch in der nächtlichen Ruhephase aktiv: so ist der Magen-Darm-Trakt mit der Verdauung beschäftigt, unser Immunsystem regeneriert sich und das Gehirn produziert Wachstumshormone um abgestorbene Haut- und Haarzellen zu ersetzen. Eine Schlafdauer von sieben Stunden ist ideal, Abweichungen von ein bis zwei Stunden sind normal. Üblicherweise wachen wir bis zu 28 Mal pro Nacht auf, ohne diese kurzen Schlafpausen zu registrieren. Mit zunehmendem Alter verändern sich Schlafdauer und Schlaftiefe, es kommt verstärkt zu nächtlichen Wachphasen. Schlafstörungen treten häufig nur vorübergehend auf. Dauern sie über einen längeren Zeitraum an, sollte man die Ursache abklären.

Schlafstörungen können durch sehr unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden, z.B. durch Lärm, übermäßigen Kaffeekonsum oder familiären Stress. Aber auch Herzerkrankungen, Depression oder organische Ursachen wie Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom können der Auslöser sein. Um Schlafstörungen zu therapieren, muss zunächst die Ursache gefunden werden. Die Diagnose wird mittels einer Befragung zur Krankengeschichte und zu Grunderkrankungen gestellt, ergänzt durch ein Schlaftagebuch bzw. -fragebogen oder eine Untersuchung im Schlaflabor.

Bei leichten Ein- und Durchschlafstörungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, für einen ruhigen Schlaf zu sorgen: Vor dem Schlafengehen keine anregenden Getränke wie Kaffee trinken, auch Alkohol sollte abends gemieden werden. Ideal sind beruhigende Tees oder warme Milch, allerdings nicht zu viel, da man sonst nachts zur Toilette muss. Alles, was die Verdauung erschwert, behindert den Schlaf. Deshalb abends nur eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen und nicht später als zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Im Schlafzimmer sollte ausreichend Ruhe und Dunkelheit herrschen, die Raumtemperatur ca. 20 Grad Celsius nicht überschreiten. Auch ein gutes Bett und eine passende Matratze sind Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf.

Fernsehen bis kurz vor dem Schlafengehen ist wegen der schnellen Bilderfolge und der akustischen Reize ebenso pures Gift für einen gesunden Schlaf wie das abendliche Nickerchen vor dem Fernseher. Am besten ist es, sich etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafen auf die nächtliche Ruhephase einzustimmen, z. B. mit angenehmer Musik, einer leichten Lektüre oder Autogenem Training. Wacht man nachts auf und kann nicht mehr einschlafen, ist es besser, aufzustehen und eine einfache Tätigkeit auszuüben oder zu lesen. Die Einnahme von 600 bis 900 Milligramm Baldrian zur Nacht kann helfen, ein- und durchzuschlafen. Bei Schnarchen oder Schlafapnoe empfiehlt sich die nächtliche Benutzung eines Atemtherapiegeräts in Kombination mit einer Atemmaske. Bei Patienten, die an dem Phänomen der „restless legs“ leiden, haben Medikamente, die gegen die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, gute Erfolge gezeigt.

Buch Tipp:
Jürgen Staedt, Yehonula Gudlowski, Marta Hauser, Schlafstörungen im Alter, 133 S., Verlag Kohlhammer, 18 Euro

Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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