Bewährte Hausmittel: Wickel und Kompressen

Warme Leinsamenkompressen werden bei Entzündungen der Nebenhöhlen oder Schleimbeutelentzündungen angewendet

Viele kennen Wickel als wirksames Hausmittel noch von den Eltern und Großeltern oder haben sie nun wiederentdeckt. Auch in der Naturheilkunde, der Schulmedizin oder in der Pflege finden sie zur Linderung von Schmerzzuständen und gesundheitlichen Störungen Anwendung. Sie können aber auch einfach zur Entspannung und zum Gesundbleiben beitragen. Hier ein paar Tipps und Anwendungsbeispiele.

Wickel richtig anlegen

Heiße Wickel fördern die Durchblutung und wirken krampflösend, kalte Wickel entziehen Wärme, sie wirken fiebersenkend und lindern Entzündungen. Meistens bestehen sie aus einem Innentuch aus Baumwolle oder Leinen, das mit einer heißen oder kalten Substanz bestrichen oder getränkt wird und einem Außentuch zum Fixieren. In der Apotheke sind Fertigsets erhältlich, genauso tun es aber auch Geschirr-, Bett- und Frotteetücher.

Bevor ein Wickel angelegt wird, sollten die Füße warm sein und man sollte vorher auch zur Toilette gehen. Der Wickel muss sich angenehm anfühlen, er darf weder zu heiß oder kalt sein (vorher am Unterarm testen) und nicht zu stramm oder locker sitzen. Zum Warmhalten im Liegen wird zusätzlich eine Decke übergelegt. Nach dem Abnehmen des Wickels sollte man noch zugedeckt eine Ruhezeit von mindestens 30 Minuten einhalten.

Kartoffelkompresse

z.B. bei Husten, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden

Kartoffeln schälen und weich kochen (ca. 500 g). Geschirrtuch ausbreiten, heiße Kartoffeln in die Mitte legen – am besten zwischen zwei Küchentücher damit sie sich später besser aus dem Geschirrtuch lösen lassen – Geschirrtuch rundum einschlagen und Kartoffeln auf Fingerdicke zerdrücken. Den Umschlag so heiß wie möglich mit der einlagigen Stoffseite auf die entsprechende Körperpartie legen und mit dem Außentuch fixieren. Kartoffelpäckchen  entfernen, wenn es lauwarm geworden ist.

Leinsamenkompresse

z.B. bei Entzündungen der Nebenhöhlen, Schleimbeutelentzündung

Eine Tasse geschroteter Leinsamen mit eineinhalb Tassen Wasser aufkochen, bis er “schleimig” wird. Entsprechende Menge Brei fingerdick auf Mullkompresse streichen, diese auf benötigte Größe zusammenfalten. Auf die betroffene Stelle legen, Schal drüber legen um Wärmewirkung zu verstärken oder mit Außentuch fixieren. Kompresse mehrmals austauschen, sobald sie abkühlt.

Meerrettichauflage

z.B. bei Kopfschmerzen, Blasenentzündung

Eine Handvoll frischen Meerrettich reiben, auf ein dünnes Tuch streichen, falten und Päckchen mit Heftpflaster zukleben. In den Nacken oder auf Blasenregion legen, festhalten und anfangs 4 bis 6 Minuten, bei weiteren Anwendungen bis max. 10 Minuten einwirken lassen. Bei empfindlicher Haut vorher die Stelle mit Johanniskrautöl bestreichen. Falls es zu stark brennt, Auflage entfernen.

Quarkwickel

z.B. bei Gelenkschmerzen, Halsschmerzen, Sonnenbrand

Kühlen, nicht eiskalten Quark auf ein dünnes Tuch streichen, dieses auf die benötigte Größe falten. Quark-Päckchen auf betroffene Stelle legen und fixieren. Mindestens 30 Minuten einwirken lassen bzw. bis der Quark trocken und bröselig geworden ist.

Buch-Tipp
Maya Thüler, Wohltuende Wickel: Wickel und Kompressen in der Kranken- und Gesundheitspflege, 110 S., Verlag Thüler, 19,80 Euro (erhältlich im Buchhandel)

Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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